1.1 Exoplaneten — Definition und Bedeutung
Quelle: Themenpool §1 — Exoplaneten · Mitschrift §9.1
Ein Exoplanet ist ein Planet, der nicht unsere Sonne, sondern einen anderen Stern umkreist — also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems. Der erste um einen sonnenähnlichen Stern wurde 1995 entdeckt: 51 Pegasi b, ein „heißer Jupiter".
✎ Wer hat ihn entdeckt? (➕ Nobelpreis 2019) 51 Pegasi b wurde von Michel Mayor und Didier Queloz mit dem ELODIE-Spektrografen (Observatoire de Haute-Provence) gefunden — und zwar per Radialgeschwindigkeits-/Doppler-Methode: Sie maßen das winzige „Wackeln" des Sterns. Für diese Entdeckung, die ein ganz neues Forschungsfeld eröffnete, erhielten beide 2019 den Nobelpreis für Physik. Dass es ausgerechnet ein heißer Jupiter war, ist kein Zufall: ein massereicher Planet sehr nah am Stern lässt diesen am stärksten wackeln (großes
) → die damals leichteste messbare Konstellation. (Nobelpreis Physik 2019)
Das hat unser Weltbild verändert: Vorher hielt man Planeten für eine Seltenheit. Heute weiß man, dass praktisch jeder Stern Planeten besitzt — statistisch kommt im Schnitt mehr als ein Planet pro Stern vor. Bestätigt sind inzwischen über 6000 (Stand Ende 2025), dazu kommen noch über 8000 unbestätigte Kandidaten, die auf Bestätigung warten.
Planeten auch in Mehrfachsternsystemen. ✎ Ein Stern muss nicht allein stehen — viele bilden Doppel- oder Dreifachsysteme, und auch dort gibt es Planeten, teils sogar in der habitablen Zone. Das wichtigste Beispiel ist Proxima Centauri b: Er umkreist Proxima Centauri, den nächstgelegenen Stern zur Sonne (rund 4,2 Lichtjahre) — und Proxima ist der dritte, kleine rote Zwerg im Dreifachsystem Alpha Centauri. Der Planet liegt in der habitablen Zone, ist aber vermutlich gebunden rotierend (eine Seite immer Tag). Proxima b verbindet damit gleich mehrere Themen dieses Kapitels. (NASA: Proxima Centauri b)
Erst wenn es überhaupt andere Planeten gibt, lohnt die Frage nach außerirdischem Leben — genau das ist das Thema der Exobiologie (auch Astrobiologie).